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Isola d'Elba — panoramica

Fünf Jahrhunderte Geschichte

Der Name, der einen Mythos trägt

Von Botticelli bis zu den Medici, von der Legende zur Insel: die Geschichte hinter Diadema di Venere.

Der Mythos

Venus und die Juwelen des Tyrrhenischen Meeres

Im 8. Jahrhundert v. Chr. beschrieb Hesiod in der Theogonie die Geschichte einer Geburt ohne Mutter. Wo das Blut des Uranus ins Tyrrhenische Meer fiel, öffnete sich der Schaum und Venus trat heraus — vollständig gewachsen, strahlend, vollkommen.

Als der Wind des Zephyrs sie ans Ufer trug, fielen die Juwelen ihres Diadems ins kristallklare Wasser und wurden zu Land: die Inseln des Toskanischen Archipels. Elba, die größte und leuchtendste, strahlt am hellsten.

1484 — Gallerie degli Uffizi

Botticelli und die Medici

Um 1484 erhielt Sandro Botticelli einen Auftrag von der mächtigsten Familie der Toskana. Lorenzo di Pierfrancesco de' Medici wollte diese mythische Geburt verewigen. Das Ergebnis war Die Geburt der Venus: eines der berühmtesten Werke der Kunstgeschichte, heute in den Uffizien in Florenz.

Die Orangenbäume im Hintergrund sind kein Zufall: Sie sind das heraldische Symbol der Medici — mala medica, der 'Medici-Apfel'. Botticellis Venus ist nicht nur Mythologie: Es ist eine Machtdemonstration, verhüllt hinter zeitloser Schönheit.

Sandro Botticelli — La Nascita di Venere, Gallerie degli Uffizi

Sandro Botticelli, Die Geburt der Venus, ca. 1484–1486. Gallerie degli Uffizi, Florenz. Gemeinfreiheit.

Portoferraio dall'alto — la città che Cosimo I de' Medici chiamò Cosmopoli

1548 — Insel Elba

Cosimo I. und die Stadt des Kosmos

1548 wurde Cosimo I. de' Medici — erster Großherzog der Toskana — von Kaiser Karl V. mit der Verteidigung der Insel beauftragt. Die Siedlung Ferraia verwandelte sich in eine Renaissancefestungsstadt. Cosimo nannte sie Cosmopoli — 'die Stadt des Kosmos', ein Modell für Vernunft und Zivilisation.

Auf dem Vorgebirge entstanden Forte Falcone und Forte Stella; am Fuße Forte della Linguella. Die Bastionsmauern wurden von Militärarchitekt Giovan Battista Bellucci entworfen. 1555 verwüstete der Korsare Dragut die Insel — konnte Portoferraio aber nie einnehmen. Die mediceischen Festungen hielten stand.

Diese Stadt heißt noch immer Portoferraio. Ihre Mauern reichen noch heute bis ans Meer.

1589 — Sala delle Carte Geografiche

Elba in den Uffizien

Ferdinando I. de' Medici, Cosimos Sohn, wollte die mediceischen Territorien auf den Wänden der Uffizien selbst verewigen. Er beauftragte den Maler Ludovico Buti, einen ganzen Saal nach den Zeichnungen des Kartografen Stefano Buonsignori auszumalen.

Das Ergebnis: drei riesige geografische Karten im Maßstab 1:30.000, mit über 1.200 Ortsnamen in Goldlettern, Renaissancelandschaften und mythologischen Motiven. Die dritte zeigt die Insel Elba — mit dem Golf von Campo, Porto Longone, Capo Rocci, Renaissance-Segelschiffen und Delfinen im blauen Mittelmeer. Die Insel war so zentral im mediceischen Horizont, dass sie eine ganze Wand der Uffizien verdiente.

Der Saal war zwanzig Jahre für die Öffentlichkeit geschlossen. Er öffnete 2021 wieder.

Carta geografica dell'Isola d'Elba — Ludovico Buti e Stefano Buonsignori, 1589, Gallerie degli Uffizi

Ludovico Buti und Stefano Buonsignori, Geografische Karte der Insel Elba, 1589. Gallerie degli Uffizi, Florenz. Kultusministerium, ICCD — CC BY 4.0.

Vom Mythos zum Pinsel Botticellis, vom Pinsel zu Cosimos Festungen, von den Festungen zur Uffizi-Karte: Diadema di Venere ist der Name, der diesen Faden zusammenhält — und jede Gemma ist eine Art, ihn zu bewohnen.

Die Gemme entdecken

Drei Häuser auf der Insel, die den Namen inspirierte.

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